In den erstickenden Gassen von Los Angeles, wo Neonschilder wie sterbende Sterne flackern, tropfen die Wände vor Angst und Ehrgeiz. Die Stadt, einst die Königin der Träume, war zu einem Königreich aus Asche und Blut geworden, ausgeliefert an die Hände von Banden. Unter ihnen herrschten die Red Lights über die Nächte, ihr Name wurde wie ein Fluch oder ein Gebet geflüstert.
Dort, zwischen den Schatten verlassener Lagerhäuser und dem Gelächter unterirdischer Bars, wuchs sie auf. Man nannte sie Luna, nicht wegen ihrer Sanftmut, sondern wegen des kalten Glanzes, der in ihren Augen tanzte, wie Mondlicht auf einer Klinge. Sie hatte keine Familie, kein Zuhause, nur die Straße und ihre gnadenlosen Gesetze. Die Red Lights nahmen sie auf, nicht aus Mitleid, sondern weil sie in ihr etwas Gefährlicheres sahen als ein Kind: eine Überlebende.
Die Jahre vergingen. Luna lernte, mit ihren Fäusten, ihren Worten und dann mit Waffen zu kämpfen. Sie lernte, Stille zu lesen, Verrat zu spüren, bevor er ausbrach. Die alten Hasen der Bande beobachteten sie mit einer Mischung aus Verachtung und Faszination. « Ein Kind wird nie die Red Lights anführen, » höhnten sie. Doch Luna war kein Kind mehr. Sie war zum Schatten geworden, der sich zwischen Kugeln hindurchschlängelte, zur Stimme, die im Chaos befahl, zur Hand, die ein Messer umklammerte oder ein Bündnis anbot.
Eines Abends, unter einem warmen, schweren Regen, fiel der Anführer der Red Lights. Eine Kugel in die Brust, abgefeuert von einem Rivalen, einem Verräter – es spielte keine Rolle. Was zählte, war die Leere, die er hinterließ. Die Leutnants zerrissen sich gegenseitig, Bündnisse brachen auseinander, und der Krieg drohte, das zu verschlingen, was von der Bande übrig war. Da sprach sie, stehend auf einer kaputten Bierkiste, ihr Gesicht erleuchtet vom flackernden Schein einer Straßenlaterne. « Wollt ihr für Brocken von Macht sterben? Ich will herrschen. »Niemand lachte. Niemand protestierte. Sie alle wussten, dass sie für sie getötet, gestohlen, gelogen hatte. Dass sie in sich die Wut derer trug, die nichts zu verlieren hatten. In dieser Nacht wurde Luna zur Reina, zur Anführerin der Red Lights.
Unter ihrem Kommando veränderte sich die Bande. Keine sinnlosen Kriege mehr, keine Todesfälle für die Ehre. Sie forderte Loyalität, bot aber etwas Seltenes in dieser Welt: eine Familie. Die Red Lights wurden zur Legende, nicht für ihre Brutalität, sondern für ihre Disziplin. Luna verwandelte Schwächen in Waffen, Ängste in Fallen. Sie verhandelte mit anderen Banden, nicht um zu teilen, sondern um zu dominieren. Die Bullen jagten sie, Rivalen fürchteten sie, und ihre eigenen folgten ihr blind.
Doch in der Stille ihres Zimmers – einer kleinen Wohnung über einer Garage – betrachtete Luna manchmal ihre Hände. Sie waren schlank, fast zart, doch von Narben gezeichnet, die eine andere Geschichte erzählten. Sie fragte sich, ob sie noch ein Mensch war oder nur ein Geist, dazu verdammt, durch diese Stadt zu wandern, die ihre Kinder verschlang.
Eines Tages tauchte eine neue Bande auf, grausamer und gieriger. Ihre Anführer wollten nicht teilen; sie wollten alles. Der Krieg war unvermeidlich. Luna wusste es. Sie versammelte ihre Leute, sprach von Ruhm und Überleben. « Wir werden nicht auf den Knien sterben, » sagte sie ihnen.
Die Schlacht fand in den Docks statt, unter einem blutroten Himmel, als ob die Stadt selbst blutete. Als es vorbei war, standen die Red Lights noch. Doch Luna lag am Boden, ihr Blut vermischte sich mit dem schmutzigen Wasser der Pfützen. Um sie herum weinten ihre Soldaten, schrien ihren Namen wie einen Schwur. Sie lächelte schwach. « Ich habe es euch gesagt… wir werden herrschen. »Und als das Licht der Morgendämmerung endlich durch die Wolken brach, hob ein junges Mädchen mit leuchtenden Augen Lunas Messer auf. « Wer ist bereit, der neuen Königin zu folgen? » flüsterte sie. Die Legende jedoch starb nie.
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