In den goldenen Ländern, wo die Sonne die Savanne umarmt und die Flüsse uralte Geheimnisse flüstern, herrschte eine Königin, deren Name wie ein Siegeslied widerhallte: Nzinga Mbande. Ihr Königreich, Ndongo und Matamba, erstreckte sich im Schatten jahrtausendealter Baobabs, zwischen rivalisierenden Königreichen und den gierigen Ambitionen portugiesischer Kolonialherren. Sie war keine gewöhnliche Herrscherin. Sie war die Flamme, die der Dunkelheit trotzte, die Strategin, die mit dem Schicksal spielte, als wäre es ein Schachbrett.
Nzinga wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts geboren, in einer Welt, in der Frauen selten regierten – und wenn, dann nie ohne Kampf. Doch sie hatte das Feuer ihres Vaters, Ngola Kiluanji, und die Weisheit ihrer Mutter geerbt, einer Frau aus einer Linie von Kriegerinnen. Schon früh lernte sie die Kunst der Diplomatie und die des Krieges. Als ihr Bruder, König Ngoli Mbande, Schwäche gegenüber den Portugiesen zeigte, übernahm sie mit einer Entschlossenheit die Zügel der Macht, die die Mauern der Paläste und die Herzen der Eindringlinge erschütterte.
Eines Tages luden die Portugiesen, gierig nach Sklaven und Land, den König zu Verhandlungen ein. Sie legten eine Matte auf den Boden, ein Symbol der Unterlegenheit, und luden den Herrscher ein, Platz zu nehmen. Doch Nzinga, die ihren Bruder begleitete, lehnte diese Beleidigung ab. Mit einer theatralischen Geste befahl sie einem ihrer Diener, sich niederzuknien, und bildete so einen menschlichen Thron. Dann setzte sie sich mit unnahbarer Eleganz auf seinen Rücken und blickte den Kolonialherren direkt in die Augen. «Ich setze mich nicht auf den Boden», flüsterte sie, «denn ich bin den Königen gleich.» An diesem Tag erwarb sie ihren Respekt, aber niemals ihre Unterwerfung.
Die Jahre vergingen, und Verrat schlug zu. Ihr Bruder, vergiftet von Angst oder Habgier, starb und hinterließ den Thron leer. Die Portugiesen glaubten, der Sieg sei nah. Doch Nzinga, in Kriegsgewänder gehüllt und mit einem Schwert gegürtet, erklärte sich selbst zur Königin. Sie vereinte die verstreuten Stämme, schmiedete Bündnisse mit benachbarten Königreichen und formte ihr Volk zu einer unbesiegbaren Armee. Sie kämpfte nicht nur mit Speeren und Schilden, sondern mit Worten, Versprechen und Fallen, so listig, dass ihre Feinde nicht mehr wussten, wo sie zuschlagen sollten.
Sie übernahm die Taktiken ihrer Gegner: Sie erlernte ihre Sprache, studierte ihre Schwächen und nutzte ihre eigene Religion, um Zwietracht unter ihnen zu säen. Sie unterzeichnete Verträge, nur um sie zu brechen, wenn es ihr passte, spielte die Verbündete, wenn es nötig war, und schlug gnadenlos zu, wenn sich die Gelegenheit bot. Die Portugiesen, gewohnt an Vorherrschaft, sahen sich plötzlich einer Königin gegenüber, die ihnen entglitt – einem flüchtigen Schatten, der nachts zuschlug und mit der Morgendämmerung verschwand.
Fast vierzig Jahre lang regierte Nzinga. Sie starb mit über sechzig Jahren, nachdem sie die Grenzen ihres Königreichs erweitert, Tausende Versklavte befreit und ihren Namen in die Geschichte eingraviert hatte als diejenige, die sich niemals beugte. Heute, wenn der Wind über die Ebenen Angolas weht, schwören manche, noch immer das Rascheln ihrer Schritte, das Klirren ihres Kriegsschmucks und das Flüstern ihres Namens zu hören: «Nzinga, die Königin, die einem Imperium trotzte.»
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