In den goldenen Landschaften, wo die Sonne die Savanne umarmt und die Berge sich bei Sonnenuntergang in Purpur hüllen, lebte eine Frau, deren Schönheit von den Winden selbst besungen wurde. Man nannte sie die Königin, nicht weil sie eine goldene Krone trug oder über ein steinernes Königreich herrschte, sondern weil ihre Seele ein Licht ausstrahlte, das die Sterne verdunkeln konnte. Ihr Lachen war eine Melodie, die Stürme besänftigte, und ihre Augen waren zwei tiefe Seen, die die Träume der Menschen auf dem ganzen Kontinent widerspiegelten.
Von den Gestaden des Atlantiks bis zu den Küsten des Indischen Ozeans flüsterten die Dörfer ihren Namen wie ein Gebet. Die Ältesten erzählten, sie sei aus dem Hauch der Wüste und einer Träne des Mondes geboren, ihre Haut trage das Leuchten des Mittagssandes und die Sanftmut der afrikanischen Nacht. Doch die Königin war mehr als Schönheit: sie war Weisheit. Sie verstand die Sprache der Baobabs, lauschte den Geständnissen der Flüsse, und ihre Hände, schlank und stark, konnten unsichtbare Wunden heilen.
Eines Tages kam ein Fremder aus fernen Ländern, ein Mann, dessen Augen kalt waren wie Bergwinter. Er hatte von ihr gehört und wollte sie besitzen, wie man einen Schatz besitzt. Er bot ihr Diamanten, goldbestickte Stoffe und hohle Versprechungen wie leere Muscheln an. Doch die Königin lächelte und zeigte mit einer langsamen Geste zum Horizont: « Sieh, » sagte sie. « Mein Reichtum liegt dort, in den Liedern der Kinder, im Tanz der Ältesten am Abendfeuer, im wachsenden Reis und der reifenden Hirse. Wie könnte ich das gegen etwas eintauschen, das nur für eine Zeit glänzt? »
Gekränkt versuchte der Fremde, sie mit List und dann mit Gewalt zu nehmen. Doch jedes Mal, wenn er nach ihr griff, hüllte sie ein goldener Nebel ein, der ihn allein zurückließ, seinem eigenen Spiegelbild gegenüber, ärmer als er gekommen war. Denn die Königin war durch mehr als ihre Schönheit geschützt: sie war die Hüterin uralter Geschichten, jener Erzählungen, die die Lebenden mit ihren Ahnen verbinden.
Die Jahre vergingen. Die Königin wurde alt, und ihre Schönheit veränderte sich, wie sich das Licht des Tages wandelt. Ihr Haar wurde silber wie die Nächte des Vollmonds, und obwohl ihre Schritte langsamer wurden, folgten ihr die Dorfkinder noch immer, begierig auf ihre Geschichten. An einem Abend, als der Himmel in Rot und Gold erstrahlte, saß sie am Fuße des großen Kapokbaums, wo sich die Ältesten versammelten. Sie erzählte ihnen eine letzte Geschichte, von einer Frau, die gelernt hatte, dass wahre Königlichkeit nicht in bewundernden Blicken liegt, sondern in der Liebe, die wir wie Samen im Wind säen.
Als sie zum letzten Mal die Augen schloss, waren es keine Tränen, die fielen, sondern Wildblumen, die dort sprossen, wo ihre Schritte die Erde berührt hatten. Und noch heute, wenn der Wind kurz vor der Morgendämmerung weht, sagt man, man könne noch immer ihr Lachen hören, leicht, getragen auf den Schwingen der Zugvögel.
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