Tief in einem heiligen Tempel, verloren zwischen den vergessenen Bergen, stand ein geheimnisvolles Portal. Seine Bögen, in tiefem Schwarz wie eine mondlose Nacht bemalt, waren mit blutroten Mustern verziert, die wie Adern pulsierten, erfüllt von uraltem Leben. Niemand wusste, wer es erbaut hatte oder warum. Legenden flüsterten, dass jeder, dem es gelang, es zu öffnen, entweder absolute Weisheit oder einen endlosen Fluch entdecken würde. Gelehrte, Abenteurer und sogar Könige waren gekommen, um ihr Glück zu versuchen. Manche verbrachten Jahre damit, die in seine Oberfläche eingravierten Symbole zu studieren, andere opferten ihr Blut in der Hoffnung, seine schlummernde Magie zu erwecken. Doch das Portal blieb stumm, gleichgültig gegenüber ihren Gebeten und Flehen.
Eines Abends, als der Mond die Tempelsteine in ein silbernes Licht tauchte, näherte sich eine junge Frau namens Elara. Sie war weder Priesterin noch Gelehrte, nur eine Reisende, geleitet von einer unerklärlichen Intuition. Sie legte ihre Hand auf das kalte Holz und spürte eine Vibration durch ihren Körper laufen, als ob das Portal endlich eine würdige Seele erkannt hätte. Die roten Muster begannen schwach zu leuchten, und ein eisiger Luftstoß entwich aus den Ritzen.
Elara schloss die Augen. Sie hatte kein Ritual oder magische Formel zu bieten, nur ihr Herz und ihre Zweifel. « Zeige mir, was du verbirgst », flüsterte sie. Stille. Dann ein Knarren, wie das einer verrosteten Tür, die sich nach Jahrhunderten des Verlassenseins öffnete. Das Portal öffnete sich einen Spalt und enthüllte keinen Schatz oder eine Falle, sondern einen Spiegel. Ein Spiegel, der nicht ihr Gesicht, sondern tausende unbekannte Gesichter, Leben, die sie nie gelebt hatte, Welten, die sie nie erkundet hatte, widerspiegelte.
Und in dieser Spiegelung verstand sie: Das Portal war keine Tür, durch die man schreitet, sondern eine Frage, die man sich selbst stellen muss. Eine Frage darüber, was man bereit ist zu opfern, um das Unbekannte zu kennen.
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