In den engen Gassen Sansibars, wo die Luft noch vom Flüstern alter Sultane summte, rannte ein barfüßiger Junge mit leuchtenden Augen und Milchzähnen über die warmen Kopfsteinpflaster. Man nannte ihn Farrokh, doch die Welt sollte ihn später unter einem anderen Namen kennenlernen, einem Namen, der wie ein Blitz in den Nächten der Stadien widerhallen würde: Freddie.
An jenem Abend, als die Sonne im Indischen Ozean versank und den Himmel in Lila und Gold tauchte, blieb der kleine Farrokh vor einem alten Radio stehen, das auf einer Fensterbank thronte. Eine Stimme ergoss sich daraus – mächtig und zitternd – Lata Mangeshkar, die Königin der indischen Melodien. Er schloss die Augen, und etwas in ihm erwachte – eine Flamme, ein Schauer, eine Gewissheit. Er wusste, ohne zu verstehen wie, dass sein Leben aus Musik bestehen würde.
Die Jahre vergingen. Farrokh wurde zu Freddie, und Sansibar verblasste zu einer fernen Erinnerung, einer Melodie, begraben unter den Schichten der Zeit. London nahm ihn mit seinen Nebeln und blassen Lichtern auf, seinen rauchigen Pubs, in denen Gitarren uralte Blues weinten. Dort, zwischen Gläsern Gin und dem rauen Lachen zufälliger Musiker, traf er Brian und Roger, zwei Männer, die wie er von einem Klang träumten, der den Himmel zerbrechen konnte. Gemeinsam mit John schufen sie Queen, einen Namen, der zum Synonym für Größe, Kühnheit und Wahnsinn werden sollte.
Freddie war nicht nur ein Sänger. Er war ein Sturm. Auf der Bühne beherrschte er die Menge wie ein Souverän, seine Stimme wechselte vom Flüstern zum Brüllen, seine Gesten zeichneten Arabesken in die Luft, als tanzte er mit unsichtbaren Geistern. Er sang von Liebe, Rebellion, Tod, und jede Note schien seiner Seele entrissen. "We Will Rock You", "Bohemian Rhapsody", "Somebody to Love" – Hymnen, die die Jahrzehnte überdauern würden, unberührt, ewig.
Doch hinter dem Glitzer und den extravaganten Kostümen trug Freddie eine Last. Die Welt sah nur den Showman, den Mann, der Genres und Konventionen trotzte, aber nur wenige kannten seine einsamen Nächte, seine Ängste, seine Kämpfe. Als die Krankheit zuschlug, weigerte er sich zunächst, nachzugeben. Er sang weiter, schuf, lebte, als wäre der Tod nur ein weiteres Publikum, das es zu erobern galt.
An einem Novemberabend im Jahr 1991, als tote Blätter in den Gärten von Kensington wirbelten, schloss Freddie Mercury für immer die Augen. Er hatte bis zum Ende gekämpft, wie ein Krieger, wie ein Künstler. Seine Stimme jedoch starb nicht. Sie hallt noch immer in Stadien, Straßen und den Herzen derer wider, die einst von seiner Magie berührt wurden.
Und manchmal, wenn der Wind gerade richtig weht, sagt man, dass in Sansibar ein Radio noch knistert und eine ferne Melodie spielt – wie den letzten Gesang einer Nachtigall.
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