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Die Herbstsonne filterte durch die goldenen Blätter der uralten Eichen und warf bewegliche Muster auf den Boden wie ein Spitzenwerk aus Licht. Der Park, weit und still, breitete sich aus wie ein lebendiges Gemälde, in dem jeder Baum, jeder Strauch, jede lackierte Holzbank auf die leichten Schritte von Eleanor und Edward zu warten schien. Ihre eleganten, aufrechten Gestalten glitten über die Kieswege mit einer Anmut, die ihre Vertrautheit mit den Salons Londons verriet. Sie trug ein Musselinkleid aus Elfenbein mit zarten Volants, einen Strohhut mit hellblauen Bändern, der auf ihren kastanienbraunen Locken ruhte; er, in einem grauen Tweedanzug, eine Silberknauf-Spazierstock in der Hand, trug einen Blick so sanft wie der Oktoberhimmel.

Der See, ein regloser Spiegel, reflektierte die flauschigen Wolken und das feurige Laub. Gelegentlich kräuselte eine sanfte Brise seine Oberfläche, und die Spiegelbilder tanzten für einen Moment, bevor sie wieder zur Ruhe kamen. Eleanor blieb stehen, ihre Finger streiften über die Wasseroberfläche. Ein totes Blatt, rot wie ein Rubin, löste sich von einem Ahorn und landete zu ihren Füßen. Sie hob es auf, betrachtete es einen Moment lang und schob es dann in das kleine Buch mit Gedichten, das sie an ihre Brust gedrückt hielt. Edward lächelte, amüsiert über ihre zarte Geste, und bot ihr seinen Arm an. Ihre Schritte führten sie zu einem verlassenen Musikpavillon, wo der Klang eines vergessenen Walzers in der Luft zu hängen schien.

Sie setzten sich auf eine Bank, dem weiten Gewässer zugewandt. Eine Ente, majestätisch in ihrer Gleichgültigkeit, zog eine perfekte Furche, bevor sie im Schilf verschwand. Eleanor öffnete ihr Buch und las leise Verse von Tennyson vor, während Edward, die Augen halb geschlossen, dem Flüstern des Windes und dem fernen Knacken der Äste lauschte. Für sie war die Zeit stillgestanden. Es gab nur den Duft der feuchten Erde, den Gesang der Vögel und den unendlichen Frieden, der aus den einfachen Dingen erwächst.

Ein Kind, weit hinter ihnen, brach in Gelächter aus. Der kristallklare Klang unterbrach kurz ihre Träumerei, doch sie waren nicht verärgert. Im Gegenteil, das Lachen erinnerte sie daran, dass die Welt trotz aller Prüfungen einen Hauch von Unschuld bewahrt hatte. Edward zog eine goldene Taschenuhr aus der Tasche, warf einen Blick auf die Uhrzeit und steckte sie ohne Eile wieder weg. „Wir haben alle Zeit der Welt“, flüsterte er. Eleanor legte ihren Kopf an seine Schulter, und sie blieben so, regungslos, wie zwei Marmorstatuen, die über diese flüchtige Ecke des Paradieses wachen.

Balade

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